Wollverarbeitung

Angorawolle ist die einzige Naturfaser, die sogleich nach der Ernte versponnen werden kann.

Waschen oder kardieren ist nicht erforderlich.

Spinnen: Spinnen ist eine der schönsten und meditativsten Tätigkeiten, die ich kenne! Das Zusammenspiel von Händen und Füssen, das Halten und wieder Loslassen der Fasern, die Faszination des "aus dem Nichts" immer länger werdenden Fadens haben etwas Beruhigendes und Beglückendes!

Backmodel mit Spinnmotiv

Angorawolle sollte mit mehr Drehung und feiner versponnen werden als Schafwolle. Für Strickgarn werden normalerweise zwei Fäden verzwirnt. Dadurch wird das Garn stabiler und kleine Unregelmässigkeiten und zuviel Drall werden ausgeglichen.

Unverzwirntes Garn (zum Weben feiner Stoffe) wird mild gewaschen und auf einem Haspel aufgespannt getrocknet. Dadurch wird der Drall fixiert.

Färben: Angoragarn kann problemlos gefärbt werden mit käuflichen Wollfarben oder besonders schön und faszinierend mit Pflanzen. Alle Pflanzenfärberezepte für Schafwolle sind auch für Angora geeignet. Einziger Unterschied: es wird nur bei 70° C gefärbt, nie kochend! Wichtig ist, dass das Garn weder mechanisch strapaziert wird durch Drücken oder Auswringen noch starken Temperaturschwankungen ausgesetzt wird.

pflanzengefärbte Angorawolle

Wunderschöne Effekte lassen sich erzielen mit einem Garn aus einem Angorafaden und einem Seidenfaden. Beim Färben nehmen die beiden Fasern die Farbe unterschiedlich stark an, was zu einem Ton-in-Ton Garn führt.

Filzen: Zum Filzen wird die Angorawolle kardiert. Sie kann auch mit Schafwolle gemischt werden. Das Filzstück wird dadurch strapazierfähiger, verliert aber natürlich etwas von seiner Feinheit.

Für farbigen Filz wird die Wolle in der Flocke gefärbt und anschliessend kardiert.

Preise für Angorawolle finden sich hier, ebenso eine Farbkarte der neuen Angorafarben

© Ursula + Pascal Glauser 03.01.1999

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