| Fernseher - MTV |
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Silvan, Yves Die Geschichte des Fernsehers, MTV und die Auswirkung auf die Musikindustrie
Fernsehen 1883 entwickelte P. Nipkow einen mechanischen Bildzerleger, der aus einer Scheibe mit spiralförmig angeordneten Löchern bestand und aus einem Lichtstrahl einzelne Lichtpunkte erzeugte. Dieses Signal wurde elektronisch verstärkt, an eine weitere Lichtquelle übertragen, die wiederum durch eine zweite Lochscheibe das Bild auf einen Bildschirm abbildete. Die Geräte zur Bilderzeugung und die zur Bilddarstellung waren jedoch noch über Leitungen verbunden.
1920 wurden bereits erste drahtlose Fernsehübertragungsversuche nach diesem Prinzip gestartet. Die Ergebnisse waren jedoch nicht so gut, da die mechanischen Nipkow-Geräte keine guten Leistungen erzielen konnten, die mit den späteren elektronischen Verfahren vergleichbar waren.
1926 gelang es einem Ungaren schliesslich ein Fernsehbild nach elektronischer Übertragung darzustellen. Die so erzielten Bilder waren heller und deutlicher als die mechanisch erzeugten Bilder von Nipkow. Das Schwarz-Weiss-Fernsehen wurde technisch möglich. 1935 begannen in Deutschland im Vorfeld der Olympischen Spiele von 1936 erste regelmässige Fernsehsendungen. Die Empfangsgeräte (Fernseher) waren aus Kostengründen jedoch kaum verbreitet.
In der Schweiz begann das Fernsehzeitalter 1953. Die damalige Schweizerische Rundspruchgesellschaft zeigte sich bereit, zusammen mit den Post-Betrieben Versuchsendungen zu unternehmen. Das erste Studio wurde in Zürich im Keller eines Hotels eingerichtet, die Premiere fand am 20. Juli 1953 statt. Vorerst betrug die wöchentliche Sendezeit drei Stunden. Schon wenig später sendete die "Schweizerische Television" bereits an fünf Abenden während einer Stunde. Den TV-Machern stand jedoch nur eine bescheidene technische Ausrüstung zur Verfügung: Drei Kameras und ein Filmabtaster für das Abspielen von vorproduzierten Filmen. Doch schon kurz nach den ersten Sendungen begann sich Widerstand gegen das neue Medium zu bilden. "Kein Radiofranken für das Fernsehen", war auf Strassenplakaten und Zeitungsinseraten zu lesen.
Bereits ein Jahr später, 1954, gründeten verschiedene europäische Rundfunk-Anstalten in Genf die Eurovision. Dies mit dem Ziel, TV-Beiträge über Nationengrenzen hinweg auszutauschen. Das gemeinsame Richtstrahlnetz aller Eurovisionsteilnehmer erstreckte sich schon damals über stolze 6’000 Kilometer und verband 44 TV-Sender in acht Ländern. Und das Schweizer Fernsehen steuerte auch gleich die Premierenübertragung bei(!): Mit der Live-Übertragung des Narzissenfestes in Lausanne am 6. Juni 1954. Einige Wochen später folgten neun Live-Sendungen von der Fussball-Weltmeisterschaft in Bern. In den nachfolgenden Jahren wurde das Fernsehen in allen drei Landesteilen sowohl im Studio- als auch im Senderbereich kontinuierlich ausgebaut. Die Zahl der TV-Empfangskonzessionen betrug rund 100'000. Allmählich wurden in allen Regionen täglich TV-Sendungen ausgestrahlt. Der Farbfernseher kam ab 1954 in den USA zum Einsatz. In Europa begann das Farbfernsehen ab 1967. Anfang der Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts nahm dann das Satellitenfernsehen seinen Anfang. Daneben entwickelt sich auch das Internet- Fernsehen stetig weiter, das in allernächster Zukunft aufgrund der steigenden Bandbreiten im Internet zunehmend beliebter werden dürfte. Fernsehen und Internet wachsen zusammen.
In der Bildschirmtechnik wird der Röhrenfernseher in unseren Tagen immer stärker von den Flachbildschirm-Techniken abgelöst.
MTV Am 1. August 1981 um 00.01 Uhr ging MTV auf Sendung. Es brauchte ca. 3 Jahre Vorbereitung für die erste Sendung. Weitgehend bekannt ist das erste Video, Video Killed The Radio Star von den Buggles, das zweite ist weniger bekannt: You Better Run von Pat Benatar. Als drittes Video wurde She won't dance von Rod Stewart ausgestrahlt. Der Sendestart war zwar nicht sonderlich erfolgreich, denn nur 800.000 Haushalte konnten MTV wirklich sehen und es gab nur 13 Werbepartner und 168 Musikvideos, davon alleine 30 von Rod Stewart. Die ersten Minuten von MTV: Die ersten 10 Minuten von MTV Die zweiten 10 Minuten von MTV Die dritten 10 Minuten von MTV
Man sah es schon, es gab einige Tonausfälle. Das ging noch einige Monate so weiter. Die vierten 10 Minuten von MTV Die fünften 10 Minuten von MTV
Die Anfangszeit war sehr turbulent, wie beispielsweise die völlig durcheinander gebrachte Reihenfolge der Moderationen oder die gelegentlichen Tonausfällen. Aber Schritt für Schritt baute sich MTV in den USA auf und erreichte mit jedem Jahr neue Zuschauerrekorde. Zudem wurde zu dieser Zeit das nationale Kabelnetz stark ausgebaut. Viele Haushalte hatten dadurch die Möglichkeit MTV zu schauen. Ein Großteil der verfügbaren Musikvideos, die in den 1980ern gespielt wurden, waren meistens wilde Zusammenschnitte von Konzertvideos. Mit der Zeit stieg die Popularität des Senders und die Musikindustrie erkannte das Potential des Mediums als Werbeplattform. Mit der Zeit wurden die Musikvideos extra für die Musiksender gemacht. Ein Nebeneffekt war die Entdeckung von talentierten Regisseuren, die später eine erfolgreiche Laufbahn einschlugen. Viele Karrieren der heute bekannten Musiker gründen auf den Auftritten bei MTV. Dazu zählt – neben Duran Duran und Bon Jovi – auch Michael Jackson, der seine zweite Karriere bei MTV begann. Auch Madonna wurde in den 1980ern durch MTV bekannt und ist selbst heute noch, wie viele andere Musikgrößen, auf die Unterstützung des (US-)Senders angewiesen, um ihre Musik zu vermarkten. Ursprünglich enthielt das Programm hauptsächlich Rockmusik von hellhäutigen Stars. Folglich provozierte dies in de 90er Jahren Vorwürfe der Rassendiskriminierung, weswegen dann eine deutlich höhere Anzahl von Rapmusikvideos gespielt wurden. Heute gibt es für viele Länder eigene Produktionen von MTV auch für die Schweiz (MTV Switzerland).
Auswirkung auf die Musikindustrie In den 1990er Jahren hatte sich in Deutschland nach der Etablierung von VIVA und der neuen lokalen Strategieausrichtung von MTV ein effektives Marketingprozedere etabliert, bei dem Musikvideo eine überragende Rolle für den Verkauf einer Single und für Imageaufbau und Vermarktung eines Künstlers oder Acts insgesamt zukam. Dieses Zusammenspiel ist mit dem Niedergang des Marktes für Singles nach 2002 empfindlich gestört worden: Die Singleverkäufe sind massiv zurückgegangen und rechtfertigen immer seltener die - an den Refinanzierungsmöglichkeiten gemessen - hohen Kosten einer Musikvideoproduktion. Dementsprechend sind die Musikvideobudgets deutlich gesunken. Bei den Musiksendern sinkt der Anteil an Musikvideos kontinuierlich. Insgesamt macht dieses Zusammenspiel den Eindruck einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale: Sinkende Single-Verkäufe lassen die Musikvideobudgets sinken, weniger und unattraktivere Videos ergeben ein unattraktiveres Programm für die Musiksender, was wiederum die Labels demotiviert, für dieses an Attraktivität verlierende Umfeld kostenloses Programm zur Verfügung zu stellen etc. Mit dieser Abwärtsspirale ist auch die Szene der lokalen Musikvideo-Produzenten praktisch verschwunden.
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