Kaninchenapotheke

Einige Tips aus eigener Erfahrung:

Durchfall: Diättag einschalten, nur Heu und Wasser reichen.

Durchfall mit Schleim: Breiiger Kot mit auffallend viel Schleim. Einer Häsin, die mehrere Tage lang Durchfall hatte mit viel klarem bis leicht grünlichem Schleim und die auf Heudiät nicht reagierte, gab ich einige Globuli Aloe D30 ein. Bereits am nächsten Tag war der Kot geformt und die Häsin geheilt!

Verdauungsstörung mit weichem Bauch: Das Tier frisst und kotet nicht, ist apathisch. Der Bauch ist weich. Bewährt hat sich das homöopathische Mittel Opium D30. 2-3 Mal ins Maul eingeben.

Trommelsucht, Verdauungsstörung mit hart gespanntem Bauch: Ein homöopathischer Cocktail aus Nux vomica, Colchicum und Carbo vegetabilis D6, D12 oder D30 je nachdem, was in der Stallapotheke vorhanden ist. Am besten werden die 3 Mittel in Bachblüten Notfalltropfen gelöst. Mehrmals direkt ins Maul eingeben. Das Tier sanft zu Bewegung anhalten hilft zusätzlich.

Übertragen von schwangeren Häsinnen: Wenn nach 33 Tagen Tragzeit die Geburt noch nicht eingetreten ist, reiche ich der Häsin einige Efeublätter und ein paar Zweiglein Eberraute.

Neuerdings behandle ich unpässliche Tiere meist mit dem original Arno Herbert Orgonstrahler und habe gute Erfolge damit. Interessierten gebe ich gerne nähere Auskunft.info@glauserweb.ch

Milchbildende Kräutermischung:
Anissamen, Fenchelsamen, Dillsamen, Schwarzkümmelsamen, Melisse und Majoran zu gleichen Teilen. 

Kaninchenmilchersatz für verwaiste Kaninchenjunge:
Rezept 1) Rezept 2)
1 Teil ungezuckerte Kondensmilch 25 ml Kuhmilch
1 Teil Kamillentee 75 ml Kaffeerahm
3 Teile Kaffeerahm 6 gr Milchpulver

Erfahrungsbericht über das Aufziehen von verwaisten Kaninchenjungen

 

 

Die langjährigen Erfahrungen mit Kräutern sind jetzt in Buchform erschienen!

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Kaninchenzüchter und -Freunde aus Deutschland können das Buch bequem beim HK-Verlag bestellen:

 

Kräuter, die gesund erhalten

Unsere langohrigen Woll-Lieferanten sind Pflanzenfresser. Was liegt also näher als ihre Gesundheit mit Kräutern zu stärken. Einige weit verbreitete Heilpflanzen und ihre Wirkung möchte ich vorstellen:

Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens): Unbeliebt beim Gärtner, aber eine äusserst wertvolle Heilpflanze! Sie enthält viel Mineralstoffe, vermehrt die Milch der Häsinnen, hilft beim Knochenaufbau der Jungtiere, wirkt blutreinigend, blutbildend, entgiftend, stoffwechselanregend und verdauungsfördernd. Sie wird getrocknet verfüttert (dazu werden die Pflanzen vor der Blüte geschnitten) und ist sehr beliebt bei Kaninchen. Da sie auch eine ausgezeichnete Futterpflanze für viele Schmetterlingsraupen ist, sollte ihr in jedem Garten eine Ecke zugestanden werden.
Urtica dioica
Birke (Betula pendula): Frische Zweige werden von den Kaninchen gerne geknabbert. Sie wirken harntreibend, stoffwechselanregend, entwässernd, entgiftend, nierenanregend und hautreinigend. Eine Nierenreizung ist bei Birke auch bei einer Langzeitanwendung nicht zu befürchten, anders als bei Wacholder, Liebstöckel oder Brunnenkresse.
Betula pendula
Fichte, Rottanne (Picea abies): Im Winter bringe ich meinen Kaninchen manchmal frische Tannenzweige. Meist werden sie gerne gefressen, es hat aber einzelne Langohren, die nicht ganz verstehen, was sie mit dem stachligen Zeug anfangen sollen. Die Tannenzweigfresser tun sich damit aber viel Gutes, enthalten doch die Zweige viel Vitamin C, Provitamin A und ätherische Öle mit entzündungshemmender, schleimlösender, keimtötender und stärkender Wirkung.
Frauenmänteli (Alchemilla vulgaris): Dieses wirkt beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, narbenbildend, blutreinigend und wundheilend. Man gibt es den Häsinnen nach der Geburt, um Gebärmutterentzündungen vorzubeugen. Es soll auch bei Unfruchtbarkeit helfen.
Alchemilla vulgaris
Himbeere (Rubus idaeus): Alle trächtigen Häsinnen erhalten bei mir täglich einige Himbeerblätter. Diese stärken die Gebärmutter und sorgen für eine gute Schwangerschaft und Geburt. Sie wirken auch fruchtbarkeitssteigernd. Dazu reicht man sie einige Wochen vor dem Decken. Auch kurz nach der Geburt reiche ich nochmals eine Handvoll Blätter zur Stärkung.
Rubus idaeus
Johanniskraut (Hypericum perforatum): Die moderne Medizinforschung bestätigt sensationelle Heilwirkungen des Johanniskrauts: Es wirkt gegen Depressionen und ist dabei mindestens so wirksam wie chemische Mittel und das ohne Nebenwirkungen! Neueste Forschungen zeigen weiter eine ausgezeichnete Wirkung gegen Bakterien vor allem gegen den gefürchteten Staphylococcus aureus, der gegen Antibiotika oft resistent ist! Ich habe das Kraut noch nie direkt verfüttert, sondern mache Johannisöl. Dazu legt man frisches, blühendes Kraut kleingeschnitten in Olivenöl ein und stellt es für 2 bis 3 Wochen an die Sonne. Das Öl nimmt eine dunkelrote Färbung an. Es wird filtriert und ist ca. ein Jahr haltbar. Verwendet wird es bei Wunden, auch bei wunden Läufen (konnte ich noch nie selbst ausprobieren); es wirkt desinfizierend, schmerzstillend, wundheilend und gewebebildend. Als Tee, bzw. wenn das Kraut verfüttert wird, wirkt es bei Nervosität, Depressionen, nervöser Unruhe, nervöser Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit. Warum Johanniskraut nicht einmal vor und nach einer Ausstellung geben, um den Stress der Tiere etwas zu mindern!
Hypericum perforatum
Löwenzahn (Taraxacum officinalis): Bei den Kaninchen überaus beliebt und ebenso gesund! Er regt das ganze Drüsensystem an, wirkt blutreinigend, stoffwechselanregend, harntreibend, appetitanregend, magenstärkend, verdauungsfördernd, leberstärkend und er vermehrt die Milchproduktion der Muttertiere. Es ist das erste Frischfutter, das ich Jungtieren reiche und auch im Frühjahr erhalten alle Kaninchen Löwenzahn als Auftakt zur Grünfutter-Saison. Bei Kaninchen mit Verdauungsproblemen ist Löwenzahn oft der Lebensretter!
Taraxacum officinalis
Minze (Mentha spec.): Die beliebte Teepflanze wirkt anregend, stärkend, erfrischend, kühlend, blähungswidrig und appetitanregend. Ich verfüttere sie im Sommer an heissen Tagen. Sie verringert den Milchfluss, sollte also Muttertieren nicht gegeben werden.
Mentha spec.
Thymian (Thymus vulgaris): Er wirkt entzündungshemmend, schleimlösend, stärkend, desinfizierend und verdauungsfördernd. Thymian hilft bei Erkrankungen der Atemorgane wie Schnupfen, Erkältungen, Bronchitis. Er hat eine natürliche Antibiotikum-Wirkung, stärkt aber gleichzeitig das Immunsystem - im Gegensatz zu den echten Antibiotika, die durch die Zerstörung der Darmflora immunschwächend wirken. Im Winter gebe ich meinen Kaninchen statt Wasser verdünnten Thymiantee, den sie über alles lieben.
Thymus spec.
Wermut (Artemisia absinthium und Artemisia vulgaris): Eine Bitterstoffpflanze mit appetitanregender, verdauungsfördernder, blähungswidriger und krampflösender Wirkung. Gleiche Wirkung hat auch Beifuss, ein naher Verwandter des Wermuts. Ich gebe Wermut (oder Beifuss) bei Kaninchen, die sich nicht so freudig aufs Fressen stürzen wie gewohnt, als erstes Grünfutter bei Jungtieren (zusammen mit Löwenzahn) und bei Würmern.
Artemisa vulgaris
Winde, Zaunwinde (Convolvulus sepium): Der Schrecken aller Gärtner - aber nur so lange bis er entdeckt, dass dieses so wüchsige "Unkraut" äusserst beliebt ist bei den Kaninchen. Ich verfüttere sie regelmässig. Bei Kaninchen, die durch immer kleinere Kotballen eine Verlangsamung der Verdauung und der Darmbewegung anzeigen, gebe ich täglich Winden bis zur Normalgrösse der Kotballen. Diese sind ein wertvoller Zeiger der Verdauungstätigkeit und sollten bei jedem Ausmisten kurz begutachtet werden. So lassen sich nämlich Verdauungsprobleme sehr früh erkennen und behandeln!
Convolvulus sepium

Am Schluss möchte ich noch auf ein homöopatisches Mittel hinweisen, das für mich in jede Kaninchenapotheke gehört: Nux vomica. Das Mittel wird aus der Strychninpflanze gewonnen und hilft in der homöopatischen Verdünnung gegen Verdauungsbeschwerden, die auch mit einer bewegungsarmen Lebensweise zusammenhängen. Da sich unsere Kaninchen auch in grosszügigsten Ställen nie soviel bewegen wie ihre freilebenden Verwandten, ist Nux vomica bei allen Verdauungsproblemen (Verstopfung, Durchfall, Blähbäuche) eigentlich nie falsch. Man gibt es als D12 oder D30, was gerade in der Drogerie erhältlich ist. Es kann gut kombiniert werden mit Kräutern (ausser Minze).

 

© Ursula + Pascal Glauser 4.1.2013

 

 

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