Im Gegensatz zur homogenen Schafwolle, die sich aus lauter gleichartigen Fasern zusammensetzt, ist die Angorawolle heterogen.
Sie besteht aus 3 verschiedenen Haartypen: den Grannenhaaren, den Grannenflaumhaaren und den Flaumhaaren (Unterwolle).
Grannenhaare: Sie sind die längsten Haare und überragen das reife Vlies.. Sie geben ihm Halt und vermindern das Verfilzen. Ihr Durchmesser beträgt ca. 0,1 mm.
Grannenflaumhaare: Sie messen beim Schaft 0,01-0,03 mm, an der Spitze 0,05-0,08 mm im Durchmesser. Zusammen mit den Grannen formen sie eine schützende Decke für die Unterwolle.
Flaumhaare (Unterwolle): Sie sind stark vorherrrschend, dh. 3/4 der Wollmenge besteht aus Unterwolle (beim französichen Angoratyp). Der Durchmesser der zarten, fein gekräuselten Haare beträgt 0,01-0,015 mm. Zum Vergleich: feinste Merinowolle weist einen Durchmesser von ca. 0,016-0,018 mm auf.
| Im Mikroskop sieht man, dass der Hohlraum im Innern durch
Querwände in einzelne Kammern unterteilt ist. Durch diesen einzigartigen inneren Aufbau ist die Angorawolle etwa 8 Mal so warm wie Schafwolle! Ihre elektromagnetische Wirkung ist vergleichbar mit einem Katzenfell und hilft bei rheumatischen Erkrankungen. |
Angorawolle und Allergie: Lediglich der Speichel der Angorakaninchen, der beim Putzen auf das Vlies gelangt, wirkt allergieauslösend. Durch einfaches Waschen des fertigen Garnes kann eine allergische Reaktion verhindert werden.
© Ursula + Pascal Glauser 03.01.1999
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