Genter Bartkaninchen 

Im Juli 2007 zogen 3 seltene Belgische Bartkaninchen bei uns ein. Züchterin ist Heike Ohle, die auf ihrer Seite so nett über diese Rasse schreibt, dass wir nicht widerstehen konnten.


Die Geschichte der Belgischen Bartkaninchen liest sich wie ein Märchen, nur war lange unklar, ob mit oder ohne Happy End: 
Der Belgier Raoul Verwulgen traf 1958 auf einer Reise durch die Gegend von Limousin (Frankreich) einen Einsiedler. Auf dessen Grundstück lebten seltsame Tiere in Erdlöchern. Verwulgen hielt sie erst für Bisamratten, doch es waren Kaninchen! Ihr einzigartiges Aussehen bezauberten den Reisenden so sehr, dass der Einsiedler ihm ein Paar der aussergewöhnlichen Tiere schenkte. Raoul Verwulgen brachte die Kaninchen nach Belgien und baute mit ihnen eine Zucht auf. Im Jahr 1962 präsentierte er seine Tiere unter dem Namen „Gentse Baarden“ (Genter Bartkaninchen) an einer Ausstellung. Doch die Vorstellung der neuen Rasse misslang; Verwulgen verliess die Ausstellung und stellte nie wieder aus.

Anfang der 90er Jahre gab es noch einen (!) Züchter in Belgien, der ein paar reinrassige Tiere hielt. Dem damaligen Direktor des Haustierparks Warder in Deutschland, Jürgen Güntherschulze, ist es zu verdanken, dass die Bartkaninchen nicht ausstarben: er erkannte die Einzigartigkeit dieser Rasse und holte 2 Zuchtpaare nach Deutschland. Nachkommen dieser Paare wurden auf ARCHE-Höfe verteilt, auch um das Risiko bei Auftreten von Krankheiten zu verringern. Unter grössten Schwierigkeiten kämpfte eine Hand voll engagierter Bartkaninchenfreunde ums Überleben dieser Rasse. Dass sie es mit so wenigen Ausgangstieren geschafft haben, ist eine grosse Leistung, die Anerkennung und Dank verdient!


Dreigenerationenhaushalt: Grossmutter Fortuna, Mutter Goldfee und Jungtiere. 
Die Grosssmutter verteidigt die Jungen energischer als die Mutter.

Heute werden wieder Bartkaninchen in Belgien, Deutschland, Österreich und in der Schweiz gezüchtet.

Was ist denn so einzigartig an dieser Rasse?
Die Deckfarbe ist schwarzwildfarbig, die Fellzeichnung am Kopf (Stirnlocke und Bart) sind dunkel gefärbt. Die Tiere weisen eine dunkle Flankenzeichnung auf, oft mit langen Haaren. (Diese kann bei älteren Tieren teilweise oder vollständig zurückgehen.) Einzigartig sind auch die breiten Ohren, die so gut zum kräftigen Kopf passen. 

Der markante Kopf mit dunklem Bart und kecker Mähne, die breiten Ohren und die sanften braunen Augen erinnern an einen liebenswerten Esel. 


Ein unschuldiger Dackelblick gehört übrigens ins Verhaltensrepertoire
 eines jeden Bartkaninchens

Trotz ihrer Grösse von bis zu sechs Kilogramm sind Bartkaninchen ruhig und lieb. Aussergewöhnlich ist auch die Zutraulichkeit, die Tiere suchen geradezu den Kontakt zum Menschen. 


 Eine Züchterin bringt es auf den Punkt und findet, dass Bartkaninchen eher zutraulichen kleinen, frechen Hunden ähneln. 

Wer möchte mithelfen, den einzigartigen Bartkaninchen eine Zukunft zu geben? 
Wir suchen weitere Züchter und Züchterinnen, die sich dem Bartkaninchen widmen möchten. Auch eine kleine Zucht mit wenigen Tieren hilft.  
Anfragen an  info@glauserweb.ch

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VIEH

© Ursula + Pascal Glauser 22.8.2007


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